VSR Verlag Service GmbH

Eine abenteuerliche Geschichte kann man mit dem VSR Verlag erleben.  So trug es sich zu, dass ich eines Samstag-Nachmittags – wegen des schönen Wetters – eine Gassirunde durch die Dresdner Innenstadt machte. In der Prager Straße wurde ich von einem Jugendlichen angesprochen. Er fragte mich, ob ich schon mal etwas von einer Initiative gehört habe, die sich für Hartz IV-Jugendliche einsetzten. Die Initiative beschäftigt angeblich diese Jugendliche als Werbeblätter- und Zeitschriften-Austräger. Der Jugendliche fragte mich, ob ich den sozial benachteiligten Jugendlichen nicht gerne Helfen möchte. Ich bräuchte einfach meine Daten (Name, Telefonnummer und Adresse) hinterlassen, und ich würde von einem der besagten Jugendlichen mit Postwurfsendungen versorgt. Da ich ein Werbefetischist bin, wollte ich die Initiative unterstützen (mir war aber schon klar, dass da etwas faul ist). Ich sollte von einem Jugendlichen Werbepost zugestellt bekommen. Um die Zuverlässigkeit des Zustellers zu testen, würde ich einen Anruf erhalten und nach dem Erhalt bestimmter Werbung befragt. Nachdem mein Gegenüber alle Daten auf einen gefalteten Zettel aufgenommen hatte, wollte er eine Untercshrift von mir. Auf die Frage, wozu er die bräuchte, wenn ich nur Werbepost zugestellt bekomme, antwortete er „Zur Datenüberprüfung“… (häää???) Ich bat ihn doch mal den Zettel zu entfalten und mir zu zeigen, was auf der oberen Hälfte steht. Siehe da, mich schauten die üblichen Verdächtigen an. Bunte, Bild der Frau und Co…und der Satz „Ja, ich bestelle für mindestens 14 Monate und erhalte 2 Monate gratis….“ Ich verweigerte die Unterschrift und sagte, dass Sie mir gerne Werbepost zusenden können und ging.

Mir war schon irgendwie klar, dass der Typ das nicht unterzeichnete Bestellformular bei seinem Auftraggeber einreicht und eventuell sogar meine Unterschrift fälscht. Ich hätte ihm den Zettel auch abnehmen können, aber ich wollte es bewußt einmal darauf ankommen lassen.

Nach ca. 2 Wochen flatterte dann auch eine Bestellbestätigung des VSR Verlags bei mir ein (100%ig nicht von einem Hartz IV Jugendlichen zugestellt). Ich wurde dazu beglückwünscht mindestens 14 Monate die wunderschöne GALA bestellt zu haben. So so…die GALA wollte ich also… War schon immer ein Typ der gerne Frauenzeitschriften ließt. So jetzt war mein Jagd- und Rechthaberinstinkt geweckt. Zunächst machte ich mich mal über diesen VSR schlau. Auf der Internetseite steht eine Telefonnummer war natürlich eine kostenpflichtige 01805 Nummer (01805 – 32 32 10). Anruf erbrachte leider nichts, da ich außerhalb der Geschäftszeiten angerufen habe. Wann diese Geschäftszeiten sind bekommt man leider auch nicht gesagt. Nun gut eine zweite Nummer auf der Seite (0180-5 1222 80) führte zu einem Kontakt mit einer netten Dame. Diese war leider nur eine Angestellte eines Zeitungsvertriebs mit dem der VSR zusammenarbeitet. Sie konnte mir leider auch nicht weiterhelfen. So…VSR hatte seine Chance, dachte ich, jetzt neue Wege gehen. Schnell mal gegooglet und herausgefunden, dass Gruner & Jahr der verantwortliche Verlag für die GALA ist. Also mal schnell dort angerufen (+49 40 3703-4362) und einem Mitarbeiter erklärt, wie das hauseigene Produkt so vertrieben wird. Der Mann am anderen Ende nahm alle meine Daten auf und versprach mir sich um die Sache zu kümmern. Zudem bedankte er sich mehrfach für meinen Hinweis. Um den VSR so richtig auf den Sack zu gehen, wendete ich mich auch noch mit einer Mail an die Verbraucherzentrale Sachsen und meldete die unseriösen Mittel der Abowerbung. Und um den ganzen noch das i-Tüpfelchen (ist das Wort eigentlich von Apple rechtlich geschützt?) aufzusetzen, gleich noch eine Mail an den VSR Verlag mit der Bitte mir doch ein Dokument zukommen zu lassen, auf dem ich irgendetwas bestellt hätte. So nun war das Rennen eröffnet, wer von den drei Angeschriebenen meldet sich zu erst.

And the winner is… G&J. Nach ca. 4 Tagen erhielt ich eine Mail des GALA-Herausgebers an den VSR Verlag in CC. Inhalt: Die Bitte um Aufklärung meines Sachverhaltes. Weitere 2 Tage darauf erhielt ich zunächst einen 2. Brief von VSR Verlag. Eine zweite Bestellbestätigung über die GALA. Genaueres lesen zeigte, dass es sich um eine  1zu1 Kopie des ersten Schreibens handelte (gleiches Datum, gleiche Bestellnummer, selber Text). Neben dem Brief erhielt ich zeitgleich eine Mail des VSR Verlags. Meine Bestellung sei auf Grund meines Briefes storniert worden. Das ist ja erst einmal schön und gut, jedoch welche Bestellung und vorallem welchen Brief meinen die.  Gut also bekomme ich jetzt keine GALA… Was ich mich jetzt Frage, wie man solche Abowerbemethoden unterbinden kann? Leider so gut wie gar nicht. Das Wichtigste…aufpassen wann und wo man seine Unterschrift abgibt. Auf keinen Fall belabern lassen. Seriöse Anbieter geben einem auf jeden Fall auch eine Bedenkzeit.

Meine Empfehlung:

  • nichts vor Ort unterschreiben!
  • auf jeden Fall die Verbraucherzentrale informieren
  • den Herausgeber des angeblich bestellten Produktes ansprechen (die dürften eigentlich ein Interesse daran haben, dass ihr Name nicht in eine solche dubiose Ecke gerät)
  • einen Nachweis über die Bestellung verlangen

Ergänzung: Mittlerweile hat sich auch die Verbraucherzentrale gemeldet. Zunächst mit einer Mail und anschließend sogar telefonisch. Ich wurde gebeten, meinen Fall schriftlich und unterschrieben an die Verbraucherzentrale zu senden, so dass diese die sich mehrenden Beschwerden über den VSR Verlag bündeln und eventuell rechtlich gegen diesen vor zu gehen.

12 Antworten zu „VSR Verlag Service GmbH“

  1. tammy sagt:

    Dieser Verlag ist mir schon zweimal begegnet…Einmal wurde ich in Hamburg angesprochen mit exakt der gleichen Masche, die sie geschildert haben…Dummerweise habe ich damals auch noch getan was der nette Mann von mir wollte, konnte dies aber zum Glück widerrufen. Heute bin ich nun wieder angesprochen worden…In einer Gasse tummelten sich etwa sechs Jugendliche, die offensichtlich in einem sehr verwahrlosten Zustand waren (Das soll keine Beleidigung sein aber seriöse Umfragenbetreiber sehen definitiv anders aus…) Einer von ihnen passte mich ab und erzählte mir er mache gerade sein FSJ und betreue acht Ex-Junkies die ich damit unterstützen könnte, indem ich pro Monat 20 Cent oder sowas spende…Zum Glück entdeckte ich das VSR Logo und unterschrieb gar nix…Aber jetzt wollte ich es wissen. Wer sind denn diese Jugendliche, die so armselig aussehen, aber Verkäufertalente vom feinsten sind? Wer schickt diese Jungs und warum machen die das? Haben sie darüber irgendwelche Infos? Irgendwie stinkt mir das, dass diese Jugendliche so eine Drecksarbeit machen müssen. Aus dem jungen Mann konnte ich leider nichts herausbekommen, jedoch schaute er kurz ziemlich verloren und ängstlich als ich fragte wer sie schickt und ob das alles eine riesen Ver….. sei?!
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen
    MfG
    Tammy

    • AHiLLA sagt:

      Tja… das wüßte ich selber auch gerne. Ich denke mal, dass diese Jugendlichen von einem Subsubsubsubauftragnehmer des VSR-Verlages angagiert sind. Was das Verkaufstalent angeht, würde ich ein wenig differenzieren…Sie haben auf alle Fälle eine gute Masche beigebracht bekommen. Aber wenn man wie du sagst mal etwas tiefer bohrt und genaueres wissen will, stehen unsere Verkaufstalente ziemlich blank da…

      Aber sollte irgendjemand genaueres wissen, so sei er hiermit aufgerufen, sein (Insider)wissen mit uns zu teilen.

  2. mimmi sagt:

    Ich wurde heute auch von einer „Studentin“ angesprocehn. Gleiche Geschichte, allerdings war ich so naiv und habe meine Daten angegeben und nach vielen Fragen meinerseits habe ich dann doch unterschrieben. Mir kam das zwar sehr unseriös vor, vor allem, weil auf diesem Zettel was anderes drauf stand als das was sie erzählt hatte, naja aber war halt schon unterschrieben. Zu haus hab ich mich direkt über diesen VSR Verlag informiert und bin darauf hin wieder in die Stadt. Dort habe ich SIE glücklicherweise wieder getroffen. Diesmal war sie auch nicht alleine. Als die mich sahen, verschwand der Typ neben ihr und ging zur Dönerbude rüber wo noch weitere Jungs warteten. Ich habe ihr klar gemacht, dass ich mir das anders überlegt habe und ich den Zettel mit meinen Daten haben möchte. Sie tat etwas verwirrt und verständnislos, fast schon beleidigt, weil ich kein vertrauen in so eine soziale Initiative zeigte. Sie zerriss den Zettel und warf ihn in den Mülleimer neben uns (den ich aber noch rausgeholt hab, damit sie das nicht macht). Auf die Frage, ob sie weitere Zettel mit meinen Daten habe, also diesen Zettel kopiert etc sagte sie natürlich nein. Ich versicherte ihr noch, dass, falls doch etwas kommt, ich meinen Anwalt einschalten werde. Sie meinte, es würde nichts kommen und ging in eine andere Richtung.
    Ich beobachtete das ganze noch und stellte fest, dass die Truppe gut aufpasste. Einer der typen lief die Straße hoch und runter um zu schauen, ob ich noch da war. Sie dagegen kam auch erst wieder an diese Stelle zurück, als sie mich da nicht mehr sahen. Währenddessen versuchte ein anderer weitere Jungendlichen von dieser Aktion zu überzeugen.

    Obwohl ich nun diese beiden Zettel hier liegen habe, befürchte ich, dass das nicht das Ende dieser Geschichte war und ich trotzdem noch etwas bekommen werde. Wie kann ich in dem Fall am besten vorgehen? Sollte ich mich nun schon irgendwo melden oder erst einmal abwarten. Bitte um Hilfe
    MfG
    mimmi

    • AHiLLA sagt:

      Problematisch…da die wenn Sie noch eine Kopie/Durchschlag des Zettels haben, ja automatisch deine Unterschrift haben. Auf alle Fälle würde ich den Fall erst einmal der Verbraucherzentrale melden. Die freuen sich immer über Meldungen, die sie dann sammeln können. Dann bleibt nur abwarten und schauen, ob du wirklich eine nette Frauen- oder Fernsehzeitschrift bekommst. Sollte dem so sein, würde ich mir den Herausgeberverlag dieser Zeitschrift raussuchen und denen den Vorfall melden. Die haben immer noch das größte Interesse, dass ihr Produkt nicht in ein solches unseriöses Licht gerückt wird. Allerdings wäre die Aufhebung des „Vertrages“ dann nur eine Kulanzerscheinung. Weiß leider nicht genau, welchen Erfolg man vor Gericht hat, wenn man Klage erheben würde. Leider gehörst du zu den vielen, die sich eine Unterschrift haben abringen lassen…damit steht dann also Aussage gegen Aussage, was den Beweis eines zustandegekommenen Vertrages angeht.

      Kann leider nur Ratschläge geben, die rechtlich nicht fundiert sind. Deswegen sollte im Fall der Fälle immer ein Fachmann (Rechtsanwalt, Verbraucherzentralen) aufgesucht werden. Kann wieder einmal nur alle davor warnen ihre Unterschrift unter irgendein Schriftstück zu setzen, was nicht ausführlich durchgelesen wurde !!!

  3. Christina sagt:

    Hallo.
    Ich wurde am 18.9.2009 auch auf der straße angesprochen und habe auch dummerweise meine daten rausgegeben und unterschrieben. Und nun habe ich gedacht, ich schaue mal im internet nach, ob ich etwas über diesen Verlag und finde und was muss ich feststellen, dass es abzocke ist! Nur ich habe verschieden foren zu diesem verlag gefunden und in manchen beiträgen stand, dass manche eine kopie ihres vertrages erhalten haben, nur das ist bei mir nicht der fall gewesen. Habe heute eine widerrufung per mail an sie geschickt.

    lg

    • AHiLLA sagt:

      Hallo Christina,

      eine Widerruf per Mail bringt leider gar nichts. Der Verlag wird dann einfach behaupten, dass nie eine Mail von dir eingegangen ist. Mein Rat in deinem Fall wäre einen schriftlichen Widerruf per Post – und ganz wichtig – per Einschreiben mit Rückschein (ich glaube so heißt das) zu versenden. Der Postbote wird deinen Brief dann bei einer Person des VSR Verlages abgeben und sich diese Abgabe per Unterschrift bestätigen lassen. Den unterschriebenen Schein bekommst du dann und hast damit einen Beweis, dass dein Widerruf auch eingegangen ist. Haken an der Sache…der Widerruf muss innerhalb von 14 Tagen eingehen. Und auch in deinem Falle würde ich die Verbracherzentrale informieren!

  4. Melanie sagt:

    Hallo, bin leider auf dieselbe Masche reingefallen; ich könnt ich immer noch dafür schlagen *hust* Hatte heute vor entsprechenden Schriftverkehr an die Verbraucherzentrale zu übermitteln. Dein Beitrag hierzu hat mich dazu noch bestärkt :)
    Vielen Dank.
    Grüße

  5. mimmi sagt:

    Sollte man diesen Fall der Verbraucherzentrale einfach nur melden oder sollte man sich gegen eine Gebühr beraten lassen?
    Also bis jetzt hat sich keiner Telefonisch von diesen Leuten gemeldet. Das Mädchen hat die Hörzu angekreuzt, was auf dem Durchschlag nicht mehr zu erkennen ist

    • AHiLLA sagt:

      Ich würde es einfach erstmal melden. Die sammeln solche Fälle immer und wenn es sich dann häuft, wird evt. eine Klage gegen dieses Vorgehen angestrebt. Leider sind die Verbraucherzentralen nicht in dem Ausmaß besetzt, dass alles immer gleich erledigt werden kann. Und so wird sich auf die ganz schweren Fälle konzentriert. Das auf dem Durchschlag nichts zu erkennen ist, wird denke ich leider nicht ausreichen. Bei mir wurde damals gar nichts angekreuzt, ich habe auch keine UNtercshrift geleistet und ich habe trotzdem ein Abowillkommensschreiben erhalten. Aber wenn du auch ein solches schreiben erhalten solltest, würde ich den Hörzu-Verlag kontaktieren und auf deinen Fall aufmerksam machen!

  6. wickedamc sagt:

    Hoffentlich könnt ihr mir auch helfen…
    Also ich war am 26.09 auf der IAA..dort hab ich mir dann auch so ein Abo aufschwatzen lassen von der Auto Motor Sport. Das ganze kam mir schon sehr dubios vor. Dann hab ich das Ganze mal gegoogelt und ein Paar Tage später eine Widerrufserklärung per Mail und noch per Einschreiben mit Rückschein losgeschickt. Der Brief muss definitiv vor Ablauf der 14 Tage angekommen sein. Gestern sind die 14 Tage abgelaufen und letzte Woche habe ich den Brief geschickt. Und trotzdem kommt mir Heute ne Bestätigung ins Haus, dass ich ein Abo bestellt habe. Was kann ich jetzt tun? Danke schon einmal für Hilfe!

  7. Anastasia sagt:

    Wie traurig, ich habe mir das gleiche aufschwätzen lassen. Ich hab den Typen einige Tage danach an der selben Stelle getroffen, habe mich dann nach seinem Namen und seiner Mitarbeiternummer erkündigt und werde jetzt eine fette Beschwerde verfassen, mal sehen ob es was bringt.

  8. Jonas sagt:

    Ich bin ebenfalls reingefallen. Ich bin im September in Augsburg angesprochen worden. Die nette Dame versicherte mir dass ich kein Abo bekomme, aber um einen Geldpreis zu gewinnen musste ich Adresse und Bankverbindung angeben. Ich natürlich so naiv und mir nichts dabei gedacht. Jetzt ist letzte Woche ein Brief gekommen, ich seie jetzt stolzer Besitzer eines HÖRZU Abos. Was kann ich jetzt machen? Ich hab nen Zeugen dass sie meinte ich bekäme kein Abo. Ich werde morgen mal bei denen Anrufen.
    Danke für eure Hilfe.

Eine Antwort schreiben