Wahlhelfer sind die wahren Gutmenschen

9 Juni 2009

am 7. Juni 2009 war der erste große Wahltag in diesem Jahr. In Dresden stand neben der Europawahl auch die Wahl zum Stadtrat an. Wie viele Wähler stehe ich immer mit meinem Ausweis an der Urne, um mich schnellstmöglich identifizieren zu können. Doch das ist gar nicht nötig. Denn nach einem Ausweisdokument wurde ich auch bei dieser Wahl (wie bereits bei der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr) nicht gefragt. Meine Frage warum kein Ausweisdokument verlangt wird, wurde lapidar damit begründet, dass die Wahlhelfer den Bürgern vertrauen. Wie ich finde sehr fraglich.

Könnte dieser Umstand nicht von einer Partei missbraucht werden? Denke da an unsere Spezis aus der rechten Ecke. Die könnten ja einfach die Wahlberechtigungen von irgendwelchen Truffis abkaufen und dann ein paar Leute in verschiedenen Wahlkreisen wählen schicken…mit fremder Wahlkarte. Es ist mir schon klar, dass das ein wenig unrealistisch klingt, aber irgendwie geht es mir in der Sache ums Prinzip. Ich muss mich bei sämtlichen Gelegenheiten ausweisen und meine Identität belegen könnnen. Bei der Stimmabgabe soll dies dann nicht so sein?


VSR Verlag Service GmbH

9 Juni 2009

Eine abenteuerliche Geschichte kann man mit dem VSR Verlag erleben.  So trug es sich zu, dass ich eines Samstag-Nachmittags – wegen des schönen Wetters – eine Gassirunde durch die Dresdner Innenstadt machte. In der Prager Straße wurde ich von einem Jugendlichen angesprochen. Er fragte mich, ob ich schon mal etwas von einer Initiative gehört habe, die sich für Hartz IV-Jugendliche einsetzten. Die Initiative beschäftigt angeblich diese Jugendliche als Werbeblätter- und Zeitschriften-Austräger. Der Jugendliche fragte mich, ob ich den sozial benachteiligten Jugendlichen nicht gerne Helfen möchte. Ich bräuchte einfach meine Daten (Name, Telefonnummer und Adresse) hinterlassen, und ich würde von einem der besagten Jugendlichen mit Postwurfsendungen versorgt. Da ich ein Werbefetischist bin, wollte ich die Initiative unterstützen (mir war aber schon klar, dass da etwas faul ist). Ich sollte von einem Jugendlichen Werbepost zugestellt bekommen. Um die Zuverlässigkeit des Zustellers zu testen, würde ich einen Anruf erhalten und nach dem Erhalt bestimmter Werbung befragt. Nachdem mein Gegenüber alle Daten auf einen gefalteten Zettel aufgenommen hatte, wollte er eine Untercshrift von mir. Auf die Frage, wozu er die bräuchte, wenn ich nur Werbepost zugestellt bekomme, antwortete er „Zur Datenüberprüfung“… (häää???) Ich bat ihn doch mal den Zettel zu entfalten und mir zu zeigen, was auf der oberen Hälfte steht. Siehe da, mich schauten die üblichen Verdächtigen an. Bunte, Bild der Frau und Co…und der Satz „Ja, ich bestelle für mindestens 14 Monate und erhalte 2 Monate gratis….“ Ich verweigerte die Unterschrift und sagte, dass Sie mir gerne Werbepost zusenden können und ging.

Mir war schon irgendwie klar, dass der Typ das nicht unterzeichnete Bestellformular bei seinem Auftraggeber einreicht und eventuell sogar meine Unterschrift fälscht. Ich hätte ihm den Zettel auch abnehmen können, aber ich wollte es bewußt einmal darauf ankommen lassen.

Nach ca. 2 Wochen flatterte dann auch eine Bestellbestätigung des VSR Verlags bei mir ein (100%ig nicht von einem Hartz IV Jugendlichen zugestellt). Ich wurde dazu beglückwünscht mindestens 14 Monate die wunderschöne GALA bestellt zu haben. So so…die GALA wollte ich also… War schon immer ein Typ der gerne Frauenzeitschriften liest. So jetzt war mein Jagd- und Rechthaberinstinkt geweckt. Zunächst machte ich mich mal über diesen VSR schlau. Auf der Internetseite steht eine Telefonnummer war natürlich eine kostenpflichtige 01805 Nummer (01805 – 32 32 10). Anruf erbrachte leider nichts, da ich außerhalb der Geschäftszeiten angerufen habe. Wann diese Geschäftszeiten sind bekommt man leider auch nicht gesagt. Nun gut eine zweite Nummer auf der Seite (0180-5 1222 80) führte zu einem Kontakt mit einer netten Dame. Diese war leider nur eine Angestellte eines Zeitungsvertriebs mit dem der VSR zusammenarbeitet. Sie konnte mir leider auch nicht weiterhelfen. So…VSR hatte seine Chance, dachte ich, jetzt neue Wege gehen. Schnell mal gegooglet und herausgefunden, dass Gruner & Jahr der verantwortliche Verlag für die GALA ist. Also mal schnell dort angerufen (+49 40 3703-4362) und einem Mitarbeiter erklärt, wie das hauseigene Produkt so vertrieben wird. Der Mann am anderen Ende nahm alle meine Daten auf und versprach mir, sich um die Sache zu kümmern. Zudem bedankte er sich mehrfach für meinen Hinweis. Um den VSR so richtig auf den Sack zu gehen, wendete ich mich auch noch mit einer Mail an die Verbraucherzentrale Sachsen und meldete die unseriösen Mittel der Abowerbung. Und um den ganzen noch das i-Tüpfelchen (ist das Wort eigentlich von Apple rechtlich geschützt?) aufzusetzen, gleich noch eine Mail an den VSR Verlag mit der Bitte mir doch ein Dokument zukommen zu lassen, auf dem ich irgendetwas bestellt hätte. So nun war das Rennen eröffnet, wer von den drei Angeschriebenen meldet sich zu erst.

And the winner is… G&J. Nach ca. 4 Tagen erhielt ich eine Mail des GALA-Herausgebers an den VSR Verlag in CC. Inhalt: Die Bitte um Aufklärung meines Sachverhaltes. Weitere 2 Tage darauf erhielt ich zunächst einen 2. Brief von VSR Verlag. Eine zweite Bestellbestätigung über die GALA. Genaueres lesen zeigte, dass es sich um eine  1zu1 Kopie des ersten Schreibens handelte (gleiches Datum, gleiche Bestellnummer, selber Text). Neben dem Brief erhielt ich zeitgleich eine Mail des VSR Verlags. Meine Bestellung sei auf Grund meines Briefes storniert worden. Das ist ja erst einmal schön und gut, jedoch welche Bestellung und vorallem welchen Brief meinen die.  Gut also bekomme ich jetzt keine GALA… Was ich mich jetzt Frage, wie man solche Abowerbemethoden unterbinden kann? Leider so gut wie gar nicht. Das Wichtigste…aufpassen wann und wo man seine Unterschrift abgibt. Auf keinen Fall belabern lassen. Seriöse Anbieter geben einem auf jeden Fall auch eine Bedenkzeit.

Meine Empfehlung:

  • nichts vor Ort unterschreiben!
  • auf jeden Fall die Verbraucherzentrale informieren
  • den Herausgeber des angeblich bestellten Produktes ansprechen (die dürften eigentlich ein Interesse daran haben, dass ihr Name nicht in eine solche dubiose Ecke gerät)
  • einen Nachweis über die Bestellung verlangen

Ergänzung: Mittlerweile hat sich auch die Verbraucherzentrale gemeldet. Zunächst mit einer Mail und anschließend sogar telefonisch. Ich wurde gebeten, meinen Fall schriftlich und unterschrieben an die Verbraucherzentrale zu senden, so dass diese die sich mehrenden Beschwerden über den VSR Verlag bündeln und eventuell rechtlich gegen diesen vorgehen können.