Wenn einer eine Küche plant…

… dann hat er was zu erzählen. Und manchmal möchte derjenige es auch nicht für sich behalten.

Mit einem Grundriss in der Tasche und einigen Vorstellungen und Eindrücken, die man aus vorigen Möbelhausbesuchen mitgenommen hat, macht man sich auf zum Möbelmarkt. Auf der Fahrt läuft im Radion in den Verbraucherinformationen eine Möbelwerbung nach der anderen. Rabatte über Rabatte, und eine Sonderaktion jagt die nächste. Aber kommt man dann mal im Geschäft an, scheint Verkauf oder Beratung bei einigen Mitarbeitern keine Priorität zu haben.

Also mehr Details. In einem großen Pirnaer Möbelhaus stöberten wir in der Küchenabteilung herum. Es war schon erstaunlich, kaum einem Verkäufer dort zu begegnen, der einem eine Beratung anbot. Nach einiger Zeit kam dann aber doch jemand zu uns und sprach uns an. Nach einer Küchenplanung fragend, bot sie uns Kataloge an, da man ja nicht planen könne, wenn man sich nicht schon mal mit der Materie beschäftigt hätte. Da wir diese Phase eigentlich schon hinter uns dachten, ignorierten wir das und fragten und redeten so lang weiter, bis sie uns doch mit zum Computer bat. Nachdem der Grundriss gezeichnet war, kamen schon die ersten Zweifel der Dame. Also unsere Idee mit der Eckspüle könnten wir mit dieser Lüftungsschachtverblendung in der Ecke der Küche wirklich vergessen. Wie soll denn das gehen. Und dann müsste man eine Arbeitsplatte extra zuschneiden. Das kostet extra. Dass wir mehr Wert auf eine schöne Küche legen, die uns auch länger gefällt, als auf eine Sparlösung, schien nicht bei ihr anzukommen. Der Wandvorsprung schaffte auch bei den Hängeschränken unlösbare Probleme. Die Klapp-Falt-Hängeschrank-Türen („bei Küchen in eher modernem Stil gibt es nur noch solche Klappen“) konnte sie nur in einer durchbrochenen Weise anordnen, die wenig überzeugend war. Ach und die Wartezeiten. Also um nicht in die Urlaubsproduktionspause zu geraten (und da kann man dann schon mal bis September auf die Küche warten) müsse man eigentlich schnellstmöglich bestellen. Unsere Ideen schienen irgendwie alle total abgehoben und nicht realisierbar zu sein. Wir fühlten uns irgendwie nicht ernst genommen. Der Verlauf der Planung und das nicht überzeugende Resultat, ließen uns ebenso am Sinn der Aktion zweifeln, wie die Verkäuferin, die ja von Anfang an nicht mit uns arbeiten wollte. Mit einem Gefühl zwischen Wut und Bestürzung machten wir uns auf den Weg aus der Küchenabteilung nach unten.

Wenn wir schon mal hier sind, können wir auch nochmal auf Stühlen Probe sitzen. Ja, da waren auch ein paar nette Möbelstücke. Die Frage kam auf, ob es die auch mit dunklem Holz gibt. Die vorbeischländernde Verkäuferin, die uns gelangweilt ansah, als ob wir Jungvolk an einem Samstag nachmittag nichts besseres zu tun hätten, als in Möbelhäusern rumzulungern, weil wir uns zu Hause nicht wohlfühlen, machte keine Anstalten uns anzusprechen und bestätigte damit den bisherigen Eindruck vom Verkaufswillen der hiesigen Angestellten. Auf dem Weg zur Treppe sahen wir sie noch einmal ein paar Tische weiter flanieren, auffällig geradeaus blickend. Sie schien wirklich zu beschäftigt gewesen zu sein, um sich mit Kunden abzugeben. Der einzige Lichtblick war dann doch noch ein Verkäufer, der uns im Erdgeschoss auf dem Weg zum Ausgang freundlich begrüßte.

Das Fazit der Aktion: Wir wissen jetzt zumindest, wo wir unsere Küche nicht kaufen. Geschäften, die es nicht nötig haben, Kunden zu betreuen und wertzuschätzen, sollte man das Geld auch nicht hinterhertragen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: